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Rezension: Tschick






Rowohlt Verlag ○ 254 Seiten ○ Kaufen?

Erster Satz
»Als erstes ist da der Geruch von Blut und Kaffee.«

Preis: 8,99€ (D)






Beschreibung

»Zwei Jungs. Ein geknackter Lada. Eine Reise voller Umwege durch ein unbekanntes Deutschland.

Mutter in der Entzugsklinik, Vater mit Assistentin auf Geschäftsreise: Maik Klingenberg wird die großen Ferien allein am Pool der elterlichen Villa verbringen. Doch dann kreuzt Tschick auf. Tschick, eigentlich Andrej Tschichatschow, kommt aus einem der Asi-Hochhäuser in Hellersdorf, hat es von der Förderschule irgendwie aufs Gymnasium geschafft und wirkt doch nicht gerade wie das Musterbeispiel der Integration. Außerdem hat er einen geklauten Wagen zur Hand. Und damit beginnt eine unvergessliche Reise ohne Karte und Kompass durch die sommerglühende deutsche Provinz.«


Zitat

"Konnte ich das verkraften? Vierzehn Tage allein in dieser feindlichen Umwelt aus Swimmingpool, Klimaanlage, Pizzadienst und Videobeamer? Ja, doch, ich nickte betrübt, ich könnte es versuchen, ja, ich würde es wahrscheinlich überleben."

Seite 69 | Zeile 22 - 26


Meine Meinung

Am ersten Tag, an dem ich angefangen hatte das Buch zu lesen, hat es mich ehrlich gesagt nicht sonderlich gefesselt. Ich wusste bereits von Anfang an, dass die Schreibstile in der "Jugendsprache" nicht unbedingt mein Ding sind und ich war darauf vorbereitet mich im ganzen Buch damit auseinander setzen zu müssen. Doch überraschender Weise konnte ich mich nach den ersten paar Kapitel sehr gut daran gewöhnen - was bei anderen Büchern nicht der Fall war, deswegen war ich umso überraschter! Im Nachhinein hat mir der Schreibstil dann doch gut gefallen und ich hätte überhaupt keine Probleme gehabt, wenn das Buch noch länger gegangen wäre.

Das war schonmal der erste Punkt, weswegen mich das Buch am Anfang nicht gefesselt hat: Weil es Eingewöhnungszeit mit dem Schreibstil brauchte, was ich schließlich nicht wusste. Weiterhin fand ich das erste Kapitel ein wenig abstoßen, was auf die Situation des Hauptcharakters zurückzuführen war. Auf mich machte dieser einen ganz anderen ersten Eindruck als im restlichen Buch. Man muss dazu sahen, dass ein Teil des Endes bereits am Anfang zu lesen ist. Die Charaktere hatten für mich alle etwas besonderes und einzigartiges an sich. Auch wenn ich den Protagonisten zunächst falsch eingeschätzt habe, fand ich ihn in dem weiteren Verlauf der Handlung doch echt "goldig", wenn ich das an dieser Stelle nun so sagen darf. Andrej mochte ich von Anfang an sehr gerne. Ich glaube, er ist die Art Mensch, die ich auch manchmal bräuchte, um mich zu etwas anzuspornen. Eben jemand, der mich einfach mal hinterhältig ins kalte Wasser schubst. Isa hatte für mich etwas Unnahbares an sich. Es war schade, dass man nicht mehr von ihr erfahren hatten, aber trotzdem finde ich es gut, dass eine selbstbewusste Person - wenn auch nur für kurze Zeit - dabei war. Auch alle weiteren Nebencharaktere waren gut gestaltet und hatten ihre besonderen Eigenschaften.

Was das Cover angeht, so muss ich gestehen, dass ich mich nicht damit anfreunden konnte. Es ist schlichtweg nichts sagend, auch wenn es eine Anspielung gibt. In diesem Punkt hätte man sich etwas besseren einfallen lassen können. Der Inhalt, also die Geschichte an sich, war fantastisch! Als Andrej und Maik das erste Mal richtig miteinander zutun hatten, konnte ich das Buch schon kaum noch aus der Hand legen. Es war durchgehend amüsierend und hat mich wirklich oft zum Lachen gebracht. Der Verlauf der Geschichte war flüssig und konnte einen gut mitreisen, außerdem wurde man immer mal wieder überrascht.

Fazit: Ein Buch mit einem hohen Wieder-lese-Wert. Es beschreibt die Entstehung einer besonderen Freundschaft und führt die Abenteuer der Jugend wie auch deren Folgen vor.

5 Sterne
★ ★ ★ ★ ★

1 Kommentar:

  1. Wuuh! Ich liebe jungsfreundschaften, die sind immer lustig. Mal sehen, vielleicht werd ich das Buch lesen.
    :)

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