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Empfehlung - Manga | Kimi ni Shika Kikoenai

In dieser Manga-Rezension würde ich euch gerne das Werk von Kiyohara Hiro nahelegen, dass im Herbst 2010 auch in Deutschland unter dem Namen "Can you hear me?" erschienen ist. Der Einzelband basiert auf der Idee von dem Autor Otsuichi. Ich versichere euch, dass jeder Cent der 6,50€ es wert sein wird.


Worum geht es also? Die Protagonistin des Mangas, Ryou, hat mit einem großen Problem zu kämpfen: Der Einsamkeit. Sie ist ein stilles und unauffälliges Mädchen, dass schon seit der Grundschule eher ein Außenseiter war. In ihrer Klasse gibt es niemanden mit dem sie wirklich reden kann. Daher mangelt es ihr an Selbstbewusstsein was durch ihre leise Stimme und Unsicherheit nicht gerade besser wird. Zudem scheint sie das einzige Mädchen in ihrer Schule zu sein, dass kein Handy besitzt. Wozu auch, wenn sie doch sowieso niemanden hat, mit dem sie reden könnte - das ist jedenfalls die Ausrede, die sie sich parat gelegt hat. In Wahrheit wünscht sie sich wirklich sehr ein Handy, mit dem sie sich unterhalten kann. Also erschafft sie in ihrer Fantasie ein Handy, dass genau ihren Vorstellungen entspricht! Und nun kommt genau der Punkt, der den Manga so interessant macht. Fiktion und Realität gehen ineinander über! Ryou flüchtet so stark in ihre Wunschvorstellung, dass ihr Fantasie-Handy in ihrem Kopf Gestalt annimmt und sie nicht nur Morgens mit der Wecker-Funktion aus dem Schlaf klingelt sondern sogar Anrufe empfängt. Als sie mit einem Jungen namens Shinya durch das imaginäre Handy Kontakt aufnimmt, glaubt sie bald wirklich durchzudrehen. Doch auf den zweiten Blick gesehen, scheint alles gar nicht so unglaubwürdig wie es sich zunächst anhört ...

Die Inhaltsangabe des Mangas hat mich zuerst so gar nicht angesprochen. Diese fällt eher flach aus und erklärt auch kaum etwas. Trotzdem bin ich froh, dennoch zum Manga gegriffen zu haben. Obwohl es ein paar Klischees in der Geschichte gibt, hindern diese den Manga ganz und gar nicht ein Meisterwerk zu sein. Auch die Charaktere sind etwas eintönig, wie ich finde - es gibt nichts Besonderes oder Außergewöhnliches an ihnen, dass mich unbedingt an sie erinnern würde. Aber auch das schadet der Geschichte nur minimal.
Der Zeichenstil des Mangaka ist sehr sauber, auch wenn nicht viel Detail auf die Hintergründe gelegt wird. Ich finde es gut, dass die Hauptpersonen sehr gut zum Vorschein kommen. Man merkt vom Stil her, dass der Manga bereits vor einiger Zeit (2007) gezeichnet wurde. Wenn man es mit den heutigen Werken vergleicht, kann man deutlichen Unterschied sehen. Aber ich finde ihn keineswegs hässlich, nein, es ist sehr gut gezeichnet. Vor allem aber ist es richtig ausdrucksvoll gezeichnet was bei diesem Manga sehr wichtig ist, wie ich finde.

Doch ist der Manga nicht so positiv wie er am Anfang klingen mag. Ich möchte euch keine Spoiler geben, aber ich wollte euch schonmal vorwarnen. Alles im Ganzen finde ich die Geschichte wunderschön. Als ich fertig war mit lesen, habe ich gleich nochmal von vorne angefangen.

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