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Rezension: Das Leben der Florence Gordon






Titel: Das Leben der Florence Gordon ○ Autor: Brian Morton
334 Seiten ○ Insel Verlag
Erschienen: 08. Februar 2016 ○ 21,95 € ○ Hardcover

Erster Satz
»Florence Gordon wollte ihre Memoiren schreiben, aber zwei Dinge sprachen dagegen: Sie war alt, und sie war eine Intellektuelle.«





Beschreibung

»Die eingefleischte New Yorkerin Florence Gordon ist klug, stolz, unverblümt - und eine ziemliche Kratzbürste, die fünfundsiebzig Jahre lang so gelebt hat, wie es ihr gefiel. Sie hasst Überraschungspartys, Leute, die sich an der Kasse vordrängeln, und die Unsitte, dass alle dauernd auf ihr Smartphone starren. Sie will einfach in Ruhe an ihren Memoiren schreiben. Doch dann kommt ihr Sohn Daniel mit seiner Familie nach New York, ihr neues Buch wird hymnisch besprochen - und plötzlich gerät ihr ruhiges Leben ins Wanken...«

Klappentext von "Das Leben der Florence Gordon", © Insel Verlag


Zitat

"Stimmt. Aber entscheidend ist doch, dass Oma jetzt eine Literaturgöttin ist. Und du weißt, was das bedeutet, oder, Oma? Es heißt, dass du anfangen musst zu twittern. "

Das Leben der Florence Gordon | Seite 86 | Zeile 27 - 30


Meine Meinung

Dieser Roman war in vielerlei Hinsicht eine Bereicherung. Es ist eine wunderbare Familiengeschichte - und damit meine ich nicht eine Geschichte, die jeder in der Familie egal welchen Alters lesen kann, sondern eine gelunge Geschichte, die sich um eine Familie dreht!
Florence Gordon möchte eigentlich nur ihre Ruhe und sich nicht mit Überraschungen oder gar ihrer kürzlich hergezogenen Familie abgeben. Ganz besonders nicht mit der Enkelin, die aus einer Generation stammt, deren Existenz - so könnte man es zumindest glauben - an ein Smartphone geknüpft ist. Zu allem wird eines ihrer Bücher plötzlich hoch angepriesen und viel neue Arbeit erwartet Florence, die mit ihrer ganz speziellen Art damit umgeht.

Die Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Selbstverständlich von Florence Gordon, aber auch von ihrer Enkelin, ihrem Sohn und dessen Frau. Das erlaubt dem Leser das Gesamtgeschehen optimal nachvollziehen zu können. Einen Höhepunkt konnte ich in der Geschichte nicht zwingend bestimmen, aber das macht das Buch umso realistischer. Schließlich ist unser Leben auch kein Theaterstück, dass allein dem Zweck der Unterhaltung dient. Es gab viele interessante Handlungen über die ganze Geschichte verteilt, während denen ich das Buch einfach nicht aus der Hand legen konnte.

Die Charaktere waren nicht nur gut geschrieben, sondern hatten wahrhaftig leben in sich. Eine Geschichte kann noch so grandios sein, wenn sie auf schwachen Charakteren basiert, bringt es nichts. Deswegen bin ich jedes Mal umso glücklicher, wenn ich auf wirklich tolle Charakterdesigns stoße. Ein großes Lob an den Autor an dieser Stelle!

Das Buch hat mir besonders aus dem Grund gefallen, weil es sehr der Realität entspricht. Es gibt nicht auf jede Frage eine Antwort und nicht auf jedes Problem eine kluge Lösung. Das Leben ist nicht perfekt, keine Familie ist perfekt und auch die Menschen sind bei weitem nicht perfekt. Auch wenn mich ungelöste Probleme, offene Enden und jeglich derartige Dinge als Nervenbündel zurück lassen, passt es einfach zu dieser Geschichte.

Fazit: Ein sehr lesenswerter Roman mit viel Herz und großartigen Charakteren.

5 Sterne
★ ★ ★ ★ ★

1 Kommentar:

  1. Huhu ♥
    Ich bin gleich mal als Leserin geblieben und würde mich freuen, wenn du auch auf meinem Blog vorbeischaust und evtl. auch als Leser bleibst. ♥ http://tamisbooks19.blogspot.de/

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