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Rezension: Rosen für Erkül Bwaroo






Raposa Verlag ○ 192 Seiten ○ Kaufen?

Erster Satz
»Uuuuund - Schnitt!«

Preis: 5,99€ (D)





Beschreibung

»Erkül Bwaroos Welt ähnelt der unseren sehr, wenn auch im viktorianischen Zeitalter. Nur gibt es dort keine Engländer, Franzosen, Deutschen etc. sondern Menschen, Elfen, Zwerge, Trolle und allerlei Fabelwesen. Magie gibt es auch. Sie spielt aber nur eine untergeordnete Rolle. Und so muss Erkül Bwaroo sich vor allem auf seinen brillanten Verstand verlassen, wenn er Kriminalfälle löst.
Dieses Mal ist es Königin Titania persönlich, die ihn mit der Ermittlung in einem Mordfall beauftragt. Bwaroo ist darüber nicht sehr glücklich, denn die Hauptverdächtige ist seine eigene Tante – und die ist alles andere als gut auf ihn zu sprechen. Trotzdem begibt er sich mit seinem treuen Diener Orges an den Tatort: ein Filmset.
Lichtspiele sind der neueste Schrei! Filmschauspieler zu sein bedeutet Ruhm und Verehrung – oder Tod. Denn eine der Schauspielerinnen wurde mitten in einer Szene vergiftet. Bwaroo muss erkennen, dass in der Filmwelt Eifersüchteleien, Lügen und Intrigen praktisch an der Tagesordnung sind. Bald gibt es mehr Verdächtige, als ihm lieb sind, denn die Ermordete hatte mit fast jedem Streit und jeder hat irgendetwas zu verbergen.
Und die Uhr tickt - denn Bwaroo hat nur eine Woche Zeit, um die Wahrheit von der Lüge zu trennen und den wahren Täter finden.«


Meine Meinung

Eine tote Schauspielerin, verschiedene Intrigen und Geheimnisse in Hülle und Fülle. All das würde man mit Sicherheit auch im realen Leben wiederfinden. Dabei handelt es sich um Detektiv Erkül Bwaroos fünften Fall. Von ihrer Majestät Titania wird er persönlich beauftragt, an den Ort des Verbrechens zu reisen und den besagten Fall zu untersuchen, bei dem seine Tante, die Hauptverdächtige ist.
Dieses Buch ist der fünfte Teil der "Erkül Bwaroo ermittelt" Reihe und ich muss gestehen, dass ich die vorherigen Bücher nicht gelesen habe. Allerdings ist dies auch nicht zwingend notwendig, da jedes dieser Bücher ein in sich abgeschlossener Fall ist.

An dieser Stelle möchte ich mich zunächst herzlich bei Ruth M. Fuchs für das Rezensionsexemplar bedanken! Mich plagen in den letzten Tagen Kopfschmerzen und Husten, aber ich wollte trotzdem nicht länger warten, um diese Rezension zu schreiben.

Manchmal habe ich Schwierigkeiten mich in ein Buch reinzufinden und ehrlich gesagt, frage ich mich manchmal, ob das an den Büchern liegt oder an mir. Doch dem war hier nicht so! Der Schreibstil war einladend, herzlich und noch besser zu lesen, als es bei meinen letzten paar Büchern der Fall war. 

Am Cover habe ich mich am Anfang etwas gestört. Es sieht schön aus, aber hat mich irgendwie verfolgt. Das klingt seltsam, ich weiß. Dadurch war mein Kopf automatisch auf dieses Aussehen eingebrannt, bevor ich eine Charakterbeschreibung hatte, die jedoch ohnehin nicht vorkam, wenn ich mich korrekt erinnere. Vermutlich weil es im ersten Teil, als die Figur eingeführt wurde, bereits eine gab.

Mein Lieblingsthema: die Charaktere - Stichwort: viele! Ich war erstaunt und gleichzeitig glücklich, in diesem schmalen Buch so viele tolle unterschiedliche Charaktere zu treffen. Das machte mir erst wieder bewusst, wie häufig ich doch Bücher lese, in denen sich sehr auf die Hauptfiguren konzentriert wird. An sich ist das keine schlechte Sache, aber die Wichtigkeit von Nebenfiguren wird zu oft unterschätzt. Einmal habe ich als Tipp für angehende Autoren gelesen, dass man für ein Buch ca. 20 Charaktere einplanen sollte und das finde ich nicht übertrieben. Die größte Schwierigkeit ist vermutlich die Nebencharaktere auch zu Wort und Tat kommen zu lassen und dafür ist "Rosen für Erkül Bwaroo" ein fantastisches Beispiel! Auch die Nebenfiguren haben Charakter und beflügeln die Geschichte, wie gute Nebencharaktere es sollten.
Die Hauptfigur - Erkül Bwaroo - war mir sehr sympathisch, ganz zu Schweigen von dessen treuen Diener Orges, der ein wahrer Schatz ist. Müsste ich mir einen Lieblingscharakter aussuchen, wäre es wohl eindeutig Orges. Einige der Figuren überraschten mich, da ich sie zu Beginn der Geschichte anders eingeschätzt hätte. Das Resultat war, dass ich später aus dem Schmunzeln nicht mehr raus kam. Obwohl ich Vampire nicht mag, war ich sogar mit jenem in diesem Buch in seiner kleinen Nebenrolle einverstanden.

Bei manchen Handlungsfetzen war ich mir nicht bewusst, ob ich der Geschichte nicht ganz folgen kann, weil es Andeutungen auf frühere Bücher der Reihe waren oder ob ich einfach nicht mitgekommen bin. Aber dies war nur kurz am Anfang des Buches so, also halb so schlimm. Umso glücklicher war ich, dass ich endlich mal ein Buch gelesen habe, bei dem ich den Täter nicht irgendwann erraten habe. Das Finale war nicht so wie ich es mir erhofft hatte; da fehlte mir irgendwie das große Aha-Erlebnis. Zwei oder drei Mal sind mir Tippfehler bzw. Satzzeichenfehler aufgefallen. Das finde ich persönlich weniger schlimm, da  ich auch bei Büchern aus den bekanntesten Verlagen schon über welche gestolpert bin, aber es ist etwas schade. Genial war hingegen die Umsetzung des Fantasyelements dieser Geschichte. Wie aus Filmen plötzlich Lichtspiele wurden, hat bei mir den Wunsch geweckt selbst dort zu sein

Fazit: Ein gelungener und humorvoller Krimi!

4 Sterne
★ ★ ★ ★

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