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Rezension: Schwarzes Erbe






Titel: Schwarzes Erbe ○ Autor: Jens Lossau
333 Seiten ○ dp DIGITAL PUBLISHERS
Erschienen: 27. Oktober 2016 ○ 4,99 € ○ eBook

Erster Satz
»Der Raum, in dem Lina Kessler sterben würde, besaß keine Fenster, durch die sie in die Vergangenheit hätte blicken können.«





Beschreibung

»Lina weiß, dass sie sterben wird: Ohne Ausweg, eingeschlossen von Feuer, beschließt sie ihre Geschichte niederzuschreiben. Die von Ben, ihr und der „Rabenwelt“. Wer in Alzey aufwächst, wird unweigerlich mit der Doppelmoral seiner Einwohner konfrontiert: Nichts sehen, nichts hören und schon gar nichts sagen. Das ist nicht nur heute der Fall, sondern war es schon damals, 1945. Um diesen Panzer des Schweigens zu durchbrechen, veröffentlichen Lina und Ben den Comic „Rabenwelt“ – mit ungeahntem Erfolg. Doch dann beginnen die Geheimnisse, das Morden und nichts ist mehr, wie es war. Sogar zwischen Lina und Ben verändert sich etwas: Jeder scheint eine Maske zu tragen – auch Ben?«

Klappentext von "Schwarzes Erbe", © dp DIGITAL PUBLISHERS


Zitat

Lina fand das merkwürdig - früher waren es Geheimagenten, Stuntmen und Millionäre gewesen, die einen abends unterhalten hatten, heute waren es Köche. Was war schief gelaufen?

Schwarzes Erbe | Seite 118 | Zeile 9 - 11


Meine Meinung

Mit ihrem Comic "Rabenwelt" werden Lina und Ben nicht nur berühmt und reich, sondern treten auch Ereignisse los, deren Kontrolle sich ihrer entzieht. Menschen mögen es nicht wenn man in ihrer Kiste voller Geheimnisse herumstochert. Jeder in der Welt der Schlafwandler scheint eine Maske zu tragen und bald muss sich Lina fragen, welche Maske ihr Freund Ben trägt und wie das alles mit ihrem Comic in Verbindung zu bringen ist.

Einen gewöhnungsbedürftigen aber kurzem Einstieg hat es mich gekostet, um mit der Geschichte warm zu werden. Während der Spannungsbogen dieses Buches ein Wellenritt war, der mich holprig durch die Handlung und immer wieder auf und ab führte, war die Geschichte an sich sehr interessant zu lesen. Wie es das Thema der KZ-Bordelle damals in 1945 aufgriff, war informativ und ich wünschte man hätte noch mehr ausgebaut und vielleicht noch etwas mehr thematisiert, als nur das eine. Auch wenn viele Dinge ungeklärt bleiben, einiges meiner Meinung nach nicht zusammen passt und mich die Handlung an manchen Stellen verwirrte, war es eine Lesevergnügen, dass man sich nicht entgehen lassen sollte. Das Buch beschäftigt sich mit moralischen Fragen, wie z.B. der Schuld, die auf eine tragische und doch gleichtzeitg unterhaltsame Weise dargelegt wird. Kann man an seine Überzeugung glauben oder muss man sich eingestehen, dass es möglicherweise ein Hirngespinst ist, dass sich in einem zusammenbraut?

Der Schreibstil war durchgehend angenehm zu lesen und die Beschreibungen waren sehr schön. Die Charaktere dieser Geschichte waren durchaus gut durchdacht und sie haben einen lebendigen Eindruck hinterlassen, allerdings konnte ich mich mit keinem wirklich anfreunden. Wesentlich leichter wäre es mir vermutlich gefallen, wenn auch nur ein Charakter irgendwann im Laufe der Handlung mal eine logische Entscheidung getroffen hätte. Das hätte dem Ganzen etwas mehr Glaubwürdigkeit verliehen und ich hätte etwas mehr mitgefiebert.

Fazit: Trotz mancher Schwächen ein interessantes und gutes Buch. Klare Leseempfehlung!

3 Sterne
★ ★ ★

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