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Bericht zur Frankfurter Buchmesse 2017

Der Innenhof der Frankfurter Buchmesse mit vielen, vielen Personen.

Obwohl es erst vor wenigen Tagen war, als ich noch auf der Buchmesse umhergewandert bin, fühlt es sich schon jetzt an als wären ein bis zwei Wochen vergangen. Auch wenn dies nur ein kleiner Beitrag wird, möchte ich ein paar Gedanken mit dir teilen.

Eigentlich verlief mein Messebesuch nicht wirklich wie geplant. Die ganze letzte Woche war sehr stressig für mich und so richtig planen konnte ich dann erst kurzfristig. Aus den ursprünglich zwei gedachten Messebesuchen wurde schließlich ein eher gemütlicher Messe-Spaziergang am Sonntag. Dennoch war es schön und ich bin froh, dass ich es überhaupt dort hin geschafft habe. Natürlich ist es etwas ärgerlich, besonders weil ich mich auf meinen Besuch am Freitag gefreut hätte, aber leider gab es nichts was ich daran hätte ändern können.

So besuchte ich am Sonntag die Messe und wurde während der ersten Hälfte der Fahrt dorthin von einem ziemlich dichtem Nebel begleitet. Endlich angekommen lies ich mich, wie jedes Jahr aufs Neue, von der überwältigenden Menschenmasse überraschen. Solche Massen sind für mich sehr anstrengend und dennoch gehe ich immer wieder auf die Messe mit den Gedanken, dass ich durch die letzten Jahre doch inzwischen vorbereitet sein müsste. Wohl nicht. Um das stickige, schwitzige Klima hatte ich auch total vergessen. Ein Glück, dass ich mit kurzärmeligem Shirt und Cardigan nicht so stark eingepackt war. Zumindest das ist noch hängen geblieben. Es hat trotzdem Spaß gemacht durch die vielen Gänge zu gehen und zu staunen und stöbern. Letztlich habe ich Geld ausgegeben, dass ich eigentlich nicht ausgeben wollte und mir neue Mangas zugelegt.

Nebenbei: Aus mir unbekannten Gründen flogen Herzchen über dem Innenhofgelände der Buchmesse herum. Bei diesem Anblick musste ich schmunzeln.

Viele Besucher auf der Frankfurter Buchmesse.

Im Nachhinein war ich sogar etwas froh nur am Sonntag auf der Buchmesse gewesen zu sein und nicht den Vorfall am Samstag miterlebt zu haben.
Auch wenn ich es absolut nicht gut finde, kann ich ein Stück weit verstehen, wieso die Frankfurter Buchmesse die rechten Verlage einließ. In den folgenden Zeilen teile also auch ich kurz meine Meinung mit.

In der Abschluss-Pressemitteilung zur Frankfurter Buchmesse 2017 vom 15.Oktober 2017 steht:
"Wir lehnen die politische Haltung und verlegerischen Aktivitäten der Neuen Rechten entschieden ab. Dennoch sind wir als Veranstalter der größten internationalen Messe für Bücher und Medien dem Grundrecht auf freie Meinungsäußerung verpflichtet."

Spät am Sonntagabend veröffentlicht Spiegel Online ein Interview mit Juergen Boos, dem Direktor der Frankfurter Buchmesse, indem er ein Thema aufgreift, um das ich mir auch schon öfters Gedanken gemacht habe:
Boos: "Schon im Vorhinein wurde ausführlich über die drei, vier rechten Stände berichtet und ihre Teilnahme an der Frankfurter Buchmesse skandalisiert. Das Interesse an der Sensation macht solche Veranstaltungen noch wirkmächtiger. Das finde ich ganz schlimm. Ich finde, wir müssen gerade deshalb bei unserer Position bleiben: Wir müssen es aushalten, wenn da jemand ist, dem wir nicht zuhören wollen. Wenn wir das verbieten, können wir den Laden auch gleich zumachen."

Ich stimme zu. Wie viel Aufmerksamkeit die AfD bekommt ist unglaublich. Selbst mein jüngerer Bruder, der sich nicht für Politik interessiert und der noch nicht einmal wählen kann, weiß inzwischen ziemlich viel von der AfD. Auch wenn es eine gute Sache ist, aufzuklären und den Menschen zu zeigen, dass diese Partei ganz bestimmt keine Alternative ist - und wenn, dann ist sie die schlechteste -, finde ich es furchtbar, dass sie so viel Propaganda bekommt. Auch wenn es sich dabei um schlechte Propaganda handelt ... es ist Propaganda. Und das ist mehr Aufmerksamkeit als sie verdienen! Stell dir vor keine Menschenseele wäre bei dem Vortrag aufgetaucht und selbst Aussteller von umliegenden Ständen hätten die Gegend für ein paar Minuten verlassen. Wie doof die rechten Verlage dann dagestanden hätten ;-).

Außerdem denke ich auch, dass die Veranstalter der FBM in keiner Weise angemessen reagiert haben. Es war, meiner Meinung nach, vollkommen klar, dass es Probleme geben würde. In erster Linie hätte der Schutz der Messebesucher stehen sollen, nicht der der Verlage und Personen, die Ursache des Problems waren. Hier wurde in mehr als nur einer Weise versagt und die gleichgültige Pressemitteilung zu diesen Vorfällen hat die Massen auch nicht beschwichtigt, sondern erst recht verärgert.

Ich hoffe, dass ich nächstes Jahr die Messe ohne Angst und Unbehagen besuchen kann wie es eigentlich sein sollte.

Auf der Frankfurter Buchmesse wird es zur Mittagszeit im Innenhof sehr voll.

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