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SuB-Abbau Planung



Es wird höchste Zeit mal wieder etwas Ordnung in meinen Stapel ungelesener Bücher, der sich unauffällig in meinem Regal zwischen den gelesenen Büchern eingenistet hat, zu bringen. Nun, ich muss sagen, dass ich während meines Urlaubes letzten Monat meine Zeit gut genutzt habe. Dieser Beitrag ist eine Mischung aus Urlaubsbericht und SuB-Abbau Strategie. Aus Zeitgründen komme ich dummerweise erst jetzt dazu diesen Artikel zu tippen, denn mein Urlaub war vom 18. - 24. 09. ; also schon eine ganze Weile her.

Das waren noch Zeiten, als mein SuB mit gerade fünf oder sechs Büchern klein und überschaulich war. Ich erinnere mich noch genau daran, dass ich sogar ein wenig neidisch auf jene Personen war, die riesige Bücherstapel auf Fotos präsentierten und es als SuB bezeichneten. Wie blöd ich doch war!
Zugegeben ist mein Stapel nicht ganz so extrem, wie ich es bei manchen mit 200 Büchern lese, aber in letzter Zeit schwanke ich sehr zwischen 40 und 50 Büchern. Das ist eine Menge. Am liebsten hätte ich wieder einen kleinen, wie damals - wem geht das nicht so? Als es mir schließlich so sehr auf die Nerven ging, ständig all diese ungelesenen Bücher im Hinterkopf und dadurch Druck zu haben, habe ich einen kleinen Schlachtplan ausgearbeitet und meine Urlaubswoche ins Lesen investiert.

Meine Lesegewohnheiten

Eigentlich bin ich niemand der super viel liest, wie ein mancher Buchblogger. Normalerweise lese ich jeden Abend vor dem Schlafengehen 0,5 bis 1,5 Stunden. Ursprünglich habe ich diese Routine eingeführt, damit ich mich abends noch ein bisschen entspannen und einfach abtauchen kann aus dieser Welt und ihren Problemen. Meine Hauptlesezeit war immer nachmittags und das meist für 2 bis 4 Stunden. Doch je älter ich wurde, desto weniger Zeit hatte ich und immer öfters fiel meine Lesezeit weg bis sie schließlich vollkommen von meinem Tagesplan verschwand. Natürlich weiß ich, dass man sich die Zeit, um Dinge zu tun die man liebt, nehmen muss, schließlich "verschwindet" diese nicht einfach. Aber damals habe ich einfach anderen Dingen, Personen und Tätigkeiten eine höhere Wichtigkeit zugeordnet. So hat sich meine Lesegewohnheit schnell verändert und die kurze Lesezeit am Abend hat sich etabliert.

Als ich mir meine Lesezeit für meine Urlaubswoche zurechtlegte, wusste ich, dass ich gerne wieder längere Zeiten für das Lesen reservieren möchte. Durchschnittlich habe ich in meinem Urlaub 4 - 6 Stunden am Tag gelesen. Dies ermöglichte mir eine großartige Zeit.

7 Bücher in 7 Tagen

Ganz genau. Obwohl ich mir nur vier Bücher vorgenommen hatte, bemerkte ich schnell, dass ich zügiger vorankam als erdacht. Mir fiel außerdem auf, dass auf meinem SuB noch ein paar schmale Bücher zu finden waren und das habe ich mir zu nutze gemacht. Indem ich die ersten Tage die schmalen Bücher las, konnte ich nach kurzer Zeit zurückschauen und staunen, dass ich bereits vier Romane gelesen hatte. Auch wenn es schmale Bücher mit um die 230 Seiten waren, so hat es mir den nötigen Motivationsschub versetzt, den ich gebraucht habe. Drei weitere Bücher mit 300 bis 350 Seiten waren ebenfalls bis zum Ende der Woche von meiner Liste gestrichen und ich fühlte mich unglaublich gut. Tatsächlich hatte ich sieben Bücher in sieben Tagen gelesen. Da ich mir die Woche zuvor erst zwei Bücher gekauft hatte, ist mein SuB insgesamt nur um fünf geschrumpft, aber es war immer noch besser als Nichts. Ich war stolz auf mich so viel gelesen zu haben. An einem Tag kam mir sogar etwas Unerwartetes dazwischen und ich hatte überhaupt keine Zeit zum lesen. Insofern war ich mit dem Ergebnis mehr als nur glücklich.

Natürlich würde ich in meinem normalen Alltag nicht so viel lesen können. Irgendwann klopfen auch wieder Freunde an meine Tür und schauen mich mit diesem Hundeblick an, nur weil ich sie mal zwei Monate vergessen habe und irgendwas mit der Familie war da doch auch noch...
Jedenfalls war es ein tolles Erlebnis und ein guter Start ins SuB-Abbau-Projekt! Schmale Bücher, schneller Erfolg, große Motivation!

SuB-Abbau Strategie

Mein Ziel ist es den Stapel für's erste auf 20 Bücher herunter zu schrumpfen. Wenn diese Anzahl erreicht ist, soll er sich auf weitere 10 Bücher verkleinern.

Das ist eine vernünftige Zahl, die einem keinen Schrecken versetzt. Aber wie erreiche ich das? Es gibt so viele Strategien und noble Ziele die man sich setzen kann. Jedoch kommen davon vermutlich die meisten nicht für mich in Frage. Zum Beispiel könnte ich mir vornehmen kein Buch mehr zu kaufen bis mein Stapel auf die gewünschte Größe reduziert ist. Sehr lobenswert, aber höchstwahrscheinlich würde ich das, früher oder später, nicht einhalten. Früher habe ich es schon einmal damit probiert, also spreche ich aus Erfahrung, wenn ich sage, dass es mir nichts bringen wird.

Einen guten Vorsatz zu haben, nach dem man handelt, ist lobenswert, aber diesen einzuhalten ist der schwere Teil!

Vorerst möchte ich folgendes versuchen: Jeden Monat darf ich mir ein Buch aussuchen, nachdem sich mein Leseherz gerade sehnt, und vier Bücher werden von meinem Stapel ungelesener Bücher weggelesen. Sollte dies drei Monate funktionieren, werde ich wechseln auf zwei Bücher, die ich im Monat kaufen darf und drei Bücher von meinem SuB. Nach weiteren drei Monaten sollte es sich auf drei zu zwei Büchern einstellen. Damit hätte ich mein Wunschziel erreicht. Sollte ich dies brechen, muss ich erneut beginnen.

Außerdem möchte ich ein bis zwei Mal die Woche mir einen Nachmittag nur für das Lesen freihalten.

Im Oktober habe ich schon damit angefangen, auch wenn der Zeitpunkt etwas blöd gewählt ist. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass ich diesen Vorsatz im Dezember und Januar halten kann. Weihnachten und mein Geburtstag machen mir da einen fetten Strich durch die Rechnung. Meine Leute schenken mir nämlich immer Bücher, weswegen ich sie umso mehr liebe. Also wird mein Stapel in diesen beiden Monaten wieder weiter wachsen. Umso wichtiger ist es, dass ich schon damit angefangen habe, ehe mich all diese ungelesenen Bücher noch irgendwann erschlagen.

Ob es letztlich für mich funktionieren wird, kann ich nur hoffen. Ansonsten muss ich wohl mit einer anderen Strategie ran. Jedenfalls möchte ich bei einem Blick auf meinem SuB kein schlechtes Gewissen mehr haben. Um meinen Nervfaktor zu erhöhen, werde ich mir außerdem die Bücher, die ich im Monat lesen will, auf den Nachttisch stellen. Das ist mir immer ein Dorn im Auge und ich bin eher gewillt mich reinzuhängen, um möglichst schnell meinen Nachttisch wieder frei zu haben.




Jeder Leser kennt dieses Problem, richtig? Wie handhabt ihr das? Könnt ihr gut mit einem riesigen SuB leben oder stört er euch genauso sehr wie mich meiner stört?

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